"Zusammen mit den Erziehern haben wir in der Kita alles umgeräumt. Es gibt bei uns jetzt ganz große Räume für alle Arten von Spielen. Bauraum, Naturraum, Höhlenraum... und noch ganz viele mehr. Das ist viel besser, denn so können die Kinder zusammen sein, die auch das Gleiche machen wollen...und ich kann den ganzen Tag mit meiner besten Freundin Lina spielen, auch wenn der in einer anderen Gruppe ist."

Mareike, 6 Jahre alt

 

Wir arbeiten in unserer Kita nach dem pädagogischen Grundsatz der offenen Arbeit. Unsere Kinder starten den Tag in ihrer Familiengruppe, wo sie mit vertrauten Kindern und "ihrer" Erzieherin zusammen sind. Nach der Morgenrunde beginnt die gruppenoffene Zeit, in der jedes Kind selbst bestimmen kann, wo, wie und mit wem es seine Zeit verbringt. 

 

Gemeinsam mit den Kindern haben wir unsere Räume zu Funktionsräumen voller anregender Materialien und Spielsachen umgestaltet. Die Kinder wählen selbst aus, in welchem Raum sie spielen wollen. So können sie ihren Interessen nachgehen und ihre Spielfreunde selbst wählen. Wir Erzieher sind für die Kinder da und begleiten die Kinder bei ihrem individuellen Entwicklungsprozess, ohne zu sehr einzugreifen.

 

Die offene Arbeit hat für die Entwicklung der Kinder viele Vorteile – und macht zudem auch noch Kindern wie Erziehern großen Spaß. Jedes Kind kann sich in die Richtung entwickeln, die ihm entspricht. Die Kinder müssen nicht zu Tätigkeiten motiviert werden, auf die sie keine Lust haben. Dadurch sind sie fast immer mit großer Freude bei der Sache – ob beim Bauen, Basteln, Spielen, Malen, Draußen sein, Backen, Theaterspielen und und und... Und mit Freude lernt man einfach besser! Dass wir uns als Erzieher eher als Begleiter sehen und nicht überall sofort eingreifen, hat seinen pädagogischen Grund: Jedes Kind WILL lernen und sich entwickeln. Dazu braucht es keine Animateure. Sondern ein anregendes Umfeld. Und Erzieher, die dem Kind etwas zutrauen.

 

Die Erzieher/innen führen gemeinsam mit jedem Kind in ihrer Familiengruppe ein Portfolio, in dem die Lernprozesse des Kindes dokumentiert werden. So kann das Kind später noch nachvollziehen, wie es bestimmte Dinge gelernt hat – und erlebt dadurch auch: "Ich entwickle mich, ich kann was!"

 

In die jährlich stattfindenden Entwicklungsgespräche mit den Eltern fließen dank der offenen Arbeit nicht nur die Erfahrungen in der Familiengruppe, sondern auch die Beobachtungen der Erzieher in den Funktionsräumen mit ein. Die offene Arbeit ermöglicht dem Erzieherteam, jedes Kind in verschiedenen Situationen zu erleben und es so besser kennenzulernen.